Making philosophy more accessible by means of the schema of premise/element and conclusion/set/concept – Descartes

Die Rede muss schon auf die RICHTIGEN Ohren treffen.

Damit Verstehen erfolgt oder erfolgen kann, braucht es mindestens 2 Parteien.

Descartes setzt zwei Substanzen an: Körper/Materie und Geist. (= 2 Parteien)

Bislang haben wir das, was Substanz oder Wesen/Natur sein soll, immer im Begriff/im set bzw. in der gerechtfertigten Konklusion angesetzt. Die Prämisse oder das Element der Menge/des sets diente nur zum Erfüllen der Menge/des sets bzw. der Konklusion. Das heißt, wir haben immer nur eine Substanz angesetzt.

Um die Reihe zu schließen (d. h. zum Zwecke der Etablierung logischer Konsequenz bzw. der vollständigen Menge/des vollständigen sets bzw. der gerechtfertigten Konklusion) können wir mit Descartes auch genausogut die letzte Prämisse bzw. das letzte Element genausogut als Substanz auffassen, d. h. als Menge, die erfüllt werden muss.

Schematisch stellt sich das dann so dar:

(1) usw. -> Prämisse 3 -> Prämisse 2 -> Prämisse 1 -> Konklusion. = Element 3 -> Element 2 -> Element 1 -> Menge/Begriff (Abstraktum)/set/concept (Der Pfeil ist der logische Implikationspfeil.)

(2) Menge/Begriff (=letzte Prämisse/letzes Element) <- Element 3 <- Element 2 <- Element 1

Wir erinnern uns, dass Descartes einen Okkasionalismus vertrat bzw. dass der Okkasionalismus ihm zugeschrieben wird, wonach Gott gelegentlich eingreift in das Weltgeschehen.

Wenn wir als letzte Prämisse, als letztes Element Gott ansetzen, dann wird klar, wann Gott eingreift: nämlich im Fall der Wahrheit. Es liegt eben nicht an uns (d. h. an unserer Tätigkeit des Erfüllens von Bedingungen oder des Gebens von Rechtfertigungen), Wahrheit zu erkennen, sondern Gott greift im Fall der Warheit ein. Wahrheit heißt dann eben, mit Bezug auf unser Beispiel der Menge/des Begriff und des Elements, das Subsumieren unter Begriffe: Denn urteile ich oder äußere ich eine Behauptung und subsumiere damit ein Element unter eine Menge/fasse ein Individuum unter einen Begriff, dann wird ja damit im selben Atemzug das letzte Element bzw. die andere Menge am anderen Ende erfüllt, da diese ja gemäß (2) eine Konsequenz des Elementes 1 ist. Damit haben wir dann die Reihe (1), unsere ursprüngliche Reihe, geschlossen.

Was hat dies mit Descartes berühmten Cogito-Argument zu tun, wonach gilt: Wenn ich denke (oder zweifle), dann bin ich.

(1) Prämisse: Ich denke (ich zweifele). (=Element) -> Konklusion: Ich bin. (=Menge)

Nach der hiesigen Interpretation Descartes gilt auch:

(2) Prämisse: Ich denke (ich zweifele). (Menge) <- Konklusion: Ich bin. (Prämisse)

Die Prämisse: Ich denke (ich zweifele), d. h. mein Zugang, ist danach eine Konsequenz der Konklusion: Ich bin; und umgekehrt. (Beides Mal haben wir das Ich.)

Das bedeutet, dass unser Zugang des Denkens (des Zweifelns), immer schon ein objektiver Zugang zu den Dingen ist bzw. sein muss.

Man kann Descartes Einwand auch so formulieren: Warum sollte ich denn, mit Blick auf den Begriff/die Menge/das set, den richtigen Begriff gewählt haben? (Dass es eben der richtige Begriff ist, wird durch die Beziehung des Elementes auf die andere Menge gewährleistet.)

Mit Blick auf Descartes Unterscheidung von Geist und Körper kann man auch die beiden Mengen der Reihe als Körper und Geist ansehen: Wenn ich urteile und ein Individuum (=Element) unter einen Begriff (=Menge) fasse, dann entspricht diesem Akt oder dieser Aktivität ein körperlicher Vorgang, der im Formalismus durch die Erfüllung der anderen Menge auf der anderen Seite der Reihe dargestellt ist. Bei dieser Erfüllung vergeht sozusagen keine Zeit, da die Menge (auf der anderen Seite/der Körper) ja eine logische Konsequenz des Elements der ersten Menge (1) ist (und diese logische Konsequenz ist nicht in der Zeit, im Gegensatz zum Angeben hinreichender Bedingungen, also zum Zurückgehen in der Reihe (Angeben hinreichender Bedingungen/Zurückgehen in der Reihe = nicht in Pfeilrichtung, sondern rückwärts in Pfeilrichtung)). Das heißt, dem mentalen oder geistigen Akt entspricht sozusagen automatisch ein körperlicher Akt, nämlich als logische Konsequenz des geistigen oder mentalen Aktes des Urteilens (oder des Fassens eines Individuums unter einen Begriff).

Vgl. auch die moderne Redeweise vom Kunden: Ich bin z. B., wenn ich für eine Leistung eines Dienstleisters bezahle, Kunde dieses Dienstleisters oder dieses Anbieters. Allerdings ist der Anbieter auch, formal(-juristisch) gesehen, mein Kunde, da ich ihm z. B. vertraglich gesehen, meine Anfrage nach der Dienstleitung, sozusagen als feste Größe, liefere (deutlich wird dies auch dann, wenn eine bestimme Abnahmemenge vertraglich festgelegt ist – wenn ich meine Nachfrage nach der Dienstleistung in geringerem Umfang als vertraglich vereinbart liefere, dann wird entweder der Vertrag aufgelöst oder evtl. preislich angepasst, da meine Nachfrage ja nicht in dem erwarteten, kalkulierten Maß ausfällt).

Entsprechend kann den Anbieter auch als Menge modellieren und seine Kunden als deren Elemente, sodass erst der Abschluss der Reihe hinreichender Bedingungen (=Prämissen, Elemente) die Identität des Anbieters festlegen. In diesem Sinne bin ich dann z. B. auch Anbieter, wenn ich eine Dienstleistung in Anspruch nehme, da ich eben die Nachfrage liefere (wie der Anbieter die Dienstleistung). Damit bin ich dann, ganz im Sinne Descartes, eben genausogut Menge wie der Anbieter (und der Anbierer mein Kunde bzw. mein Element).

Unten, das Bild, der erste Entwurf, beim Denken (CPB, 02.05.2022)

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